Bericht Besuch Druckluftspeicher von Green-Y, Schweiz

Ihr Lieben,

für Alle, die den historischen Moment verpasst haben, kommt hier eine kurze Zusammenfassung unserer Reise in die Schweiz zu Green-Y:

Mit dabei waren vom Tempelhof Stefan, Pol, Jonas vom Zukunftsjahr und Ben.

Vor Ort haben wir uns mit Peter Fritzen (CFO, Wirtschaftsingenieur und Erfahren im Enegietrading) und Dominik Schnarwiler (COO, Ingenieur) getroffen. Beide wohl um die 30 Jahre.

Das Projekt läuft seit 2020 und hat seinen Ursprung in der ETH Luzern. Hauptfinanzier ist der Imobilienunternehmer und Impact-Investor Umut Ertan, aber auch der schweizer Staat hat Forschungsgeld in die Entwicklung gesteckt. Zur Zeit arbeiten 9 Menschen für das Projekt. Sie besitzen mehrere internationale Patente auf das Verfahren.

Das charmante am Druckluftspeicher ist (neben der Verwertung von Wärme und Kälte), dass nahezu alle Komponenten bewährte Industrieware sind. Einfach nur neu angeordnet und manchmal etwas optimiert. Es gibt - im Gegensatz zu allen anderen chemischen Speichern auf dem Markt - nichts, was sich nicht wieder auseinanderbauen, reparieren oder recyceln ließe. Selbst der eigentliche Speicher (problemlos erweiterbar) besteht aus recycelten Gasflaschen von stillgelegten Autogastankstellen (dem hohen Gaspreis sei dank …). Was die Ökologie anbelangt ist er bisher eindeutig das Beste, was wir an Speichern für Strom gesehen haben.

Wir haben vor Ort eine sehr ordentliche Werkhalle vorgefunden, wo Modell 1 uns erfolgreich vorgeführt wurde und sein optimierter Nachfolger bereits fast fertig daneben stand. Der Unterschied zum System von Georg Tränkle ist nach meinem bescheidenen Verständnis die zweistufige Komprimierung auf 40 Bar und dann die weitere Komprimierung in einem patentierten Verfahren auf 300 Bar. Alle Kompressorpumpen sind wassergeschmiert. Wärme - und Kälteabtrag laufen auch über Wasser als Transportmedium. Die sinnvolle Einbindung von Wärme (60°, eher unproblematisch) und Kälte (3°) wäre unsere Aufgabe. Für die Kälteseite gibt es erste Ideen (Kühlräume, Serverraum), aber wir lassen uns auch noch eine Version ganz ohne Kälteeinsatz rechnen.

Das Projekt käme jetzt genau zum richtigen Zeitpunkt, da wir dann die Auslegung vorallem der Kollektorfläche der bei uns geplanten großen Solarthermieanlage kleiner machen könnten. Für die Steuerung wäre es sinnvoll, den OpenEMS-Ansatz aufzugreifen und aus deren Umkreis einen Partner für eine gemeinsame Entwicklung zu gewinnen (z.B. Consolino oder Stromdao. Ben ist drann).

Im Verlauf von vier intensiven Stunden wurden all unsere Fragen fundiert, geduldig und offen beantwortet. Die Detailfragen von Martina (das kann man so oder so rechnen) und von Volker und Markus, können Pol und Stefan im nächsten Treffen besser beantworten als ich:-). Wir haben den Tempelhof und sein Potential als Leuchtturmprojekt auch für alternative Energienutzung (Solarthermieanlage) erläutern können und sind auf reges Interesse gestoßen. Das Team von Green-Y wäre sehr an uns als einem der dann 5 Standorte für die Pre-Market Testphase in 2025 interessiert. Laut ihrer Einschätzung können wir mit einer 40% Förderung über die BAFA auf jeden fall rechnen und sie prüfen als nächsten Schritt die Fristen für eine mögliche EU-Förderung, die dann bis zu 100% betragen könnte (Das Antragsverfahren wäre ihre Aufgabe!). Sie würden gerne zum dem im Herbst 24 bei uns geplanten Energiesymposium kommen und sehen unser Potential auch langfristig als Plattform für Seminare und Schulungen zum Thema. Das dazu noch die persönliche „Chemie“ stimmt, macht uns Lust auf eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Wir waren uns auf der Rückfahrt einig, dass wir hier endlich auf ein wirklich innovatives und gleichzeitig realistisches Vorreiterprojekt für eine sinnvolle Speichertechnologie gestoßen sind, welches gerade in Verbindung mit der großen Solarthermieanlage das Potential hat, dass wir in Zukunft auch in Energiefragen als Leuchtturmprojekt wirken können.

Herzliche Grüße,
Ben

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